Pflanzenschutz heißt Pflanzen schützen
Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung sind zwei zentrale Themen für die Teebranche. Aus Sicht aller, die Tee, Kräuter- und Früchtetee produzieren, und aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher, die ein möglichst natürliches Lebensmittel genießen wollen. Das Thema Pflanzenschutzmittel steht dabei oft im Fokus – in der Öffentlichkeit, beim Gesetzgeber und damit auch bei uns und unseren Mitgliedsunternehmen. Ganz wie der Name es beschreibt, werden sie vor allem eingesetzt, um Pflanzen zu schützen, denn in vielen Regionen wäre der Anbau von Tee, Kräutern und Früchten ohne diese kaum möglich. Pflanzliche und tierische Schädlinge würden das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigen oder sogar in kürzester Zeit ganze Ernten zerstören.
Weniger ist mehr
In den letzten Jahren konnte die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln im Teeanbau stark reduziert werden. Dies liegt an der Weiterentwicklung der Wirkstoffe, die eine gezieltere Behandlung und eine starke Reduzierung der eingebrachten Mengen ermöglichen. Gleichzeitig wurde durch die beteiligten Unternehmen viel Sensibilisierungsarbeit im Ursprung geleistet. Die frühere Devise „Viel hilft viel“ ist dem Umwelt- und Arbeitsschutz gewichen. So sind Präventionsmaßnahmen im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ein weiterer wichtiger Faktor beim unvermeidlichen und sorgsamen Einsatz der Stoffe. Dabei handelt es sich etwa um Mitarbeiterschulungen zu Dosierung und Selbstschutz in den Ursprungsländern. Schutzkleidung wird bereitgestellt, deren Nutzung geschult und in Audits durch Zertifizierungsorganisationen und bei Vor-Ort-Terminen von unseren Mitgliedsunternehmen kontrolliert. Bildungsarbeit und Aufklärung von Mitarbeitern im Anbau über den richtigen Einsatz mit Pflanzenschutzmitteln ist und bleibt der zentrale Schlüssel zum Schutz der Menschen entlang der gesamten Lieferkette. Wir sind überzeugt: Sie sind nachhaltiger als jede nur punktuell mögliche Kontrolle und Überwachung. Das Engagement für die Minimierung von Pflanzenschutzmitteln zeigt sich jedoch nicht nur in Maßnahmen in den Anbauländern. Auch hier in Deutschland bzw. in der EU, wo mit die strengsten Regeln weltweit gelten, wird viel getan, um Verbraucherinnen und Verbraucher vor Rückständen aus dem Pflanzenschutz zu bewahren.
Besser als vorgeschrieben
Die Gesetzgeber innerhalb der EU machen genaue Vorgaben, welche Spuren von Pflanzenschutzmitteln, sogenannte Rückstandshöchstgehalte, in den importierten Rohstoffen noch vorhanden sein dürfen. Die Grenzwerte bewegen sich im Mikro- oder Nanogrammbereich und lassen sich nur durch hochmoderne Labortechnik nachweisen. Die deutschen Teeunternehmen investieren jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag in diese Analysen und die stetige Prüfung der Rohwaren. Zur Dokumentation und Weiterentwicklung dieser Qualitätssicherungsmaßnahmen verfügt der Europäische Verband Tea & Herbal Infusions Europe (THIE) über eine eigene Datensammlung mit Millionen Untersuchungsergebnissen. Zudem haben wir mit THIE gemeinsam strenge Branchenstandards zum Einsatz von Wirkstoffen und zur mehrstufigen Qualitätskontrolle in firmeneigenen und externen Laboren erarbeitet. Im Ergebnis: Sowohl die von den Unternehmen durchgeführten Kontrollen als auch die unabhängigen Tests der Verbraucherschutzorganisation zeigen, dass die gesetzlichen Anforderungen von den deutschen Teeunternehmen in hohem Maße erfüllt werden.