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Die kariespräventive Wirkung von Tee (II): Die Wirkung der Polyphenole

Walter Feldheim

Karies ist eine ernährungsabhängige Krankheit, deren Behandlung jährlich einen hohen Anteil am Budget des Gesundheitswesens ausmacht. In der Juli-Ausgabe des W.I.T 2000 wurde auf die Bedeutung der Fluoride zur Erhaltung der Zahnhartsubstanz eingegangen und festgestellt, dass Tee eines der wenigen Lebensmittel ist, die Fluorid enthalten. Grüner und schwarzer Tee besitzen jedoch noch andere Inhaltsstoffe, die kariespräventiv wirksam sein können. Bereits vor 50 Jahren wurde aus epidemiologischen Studien abgeleitet, dass eine positive Korrelation zwischen dem Auftreten von Karies und hohen Amylase-Aktivitäten im Speichel vorliegen kann. Zur Klärung der offenen Fragen wurden Untersuchungen an schwarzen und grünen Teesorten aus verschiedenen Ländern (China, Japan, Nordindien, Sri Lanka, Mali, Argentinien, USA) durchgeführt.

Die Versuche zeigen, dass die Polyphenole im Tee den Abbau von Stärke in Nahrungsresten durch Inaktivierung der Amylase hemmen. Schwarztee hatte eine bessere Wirksamkeit als grüner Tee. Die in ihm enthaltenen höher molekularen Polyphenole (Tannine) hemmen die Amylase wirksamer als die Catechine des grünen Tees.

Tee ist deshalb nicht nur wegen seines Gehalts an Fluorid zur Verbesserung und Erhaltung der Zahnhartsubstanz kariespräventiv, die Reduktion des kariogenen Risikos durch Cracker und Kekse ist als ein weiterer positiver Faktor des Teetrinkens anzusehen.


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