Sie befinden sich hier: » Wirtschaft » Wirtschaftsfaktor Tee » Jahresbericht 2015

Jahresbericht 2015

Tee in Deutschland beliebter denn je
Inlandskonsum auf Allzeithoch

Hamburg, 26. Mai 2016

Erfreuliches Ergebnis für die deutsche Teebranche: Noch nie wurde in Deutschland so viel Tee getrunken wie im Jahre 2015. Mit 28 Litern verzeichnete der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum im vergangenen Jahr ein Allzeithoch. Dies entspricht einem Gesamtinlandsverbrauch von 19.376 Tonnen Tee. Bei den Verbrauchern konnten sowohl Tradition als auch Moderne punkten. Insgesamt wurden 57.171 Tonnen aus 61 verschiedenen Provenienzen aus aller Welt importiert und veredelt. Davon exportierte die hiesige Teewirtschaft 25.102 Tonnen deutsche Teespezialitäten an 110 verschiedene Länder.

 

Grüntee weiter im Aufwind

Der Konsum von 28 Litern pro Kopf ist das erfreuliche Ergebnis eines nachhaltigen Wachstums in den letzten zehn Jahren. Verglichen mit 2005 werden heute von jedem Bundesbürger durchschnittlich drei Liter mehr Tee im Verlauf eines Jahres getrunken. Dies mag unter anderem auch darin begründet liegen, dass insbesondere Grüne Tees im Vergleichszeitraum ihren Marktanteil deutlich steigern konnten. Seit langem nicht mehr nur das Trendgetränk der Wellness-Welle, sondern als fester Bestandteil vielfältiger und kreativer Variationen sind Grüntee-Spezialitäten gerade bei den jüngeren Teegenießern besonders nachgefragt. Lag das Verhältnis von Grünem zu Schwarzem Tee vor zehn Jahren noch bei 20% zu 80%, entfielen im vergangenen Jahr 30% des Inlandsverbrauchs auf Grüne Tees.

„Lieblingstee“ der Deutschen bleibt der Schwarztee. Hierzu tragen vor allem die Ostfriesen als „Weltmeister im Teetrinken“ mit einem Jahresverbrauch von gut 300 Litern pro Kopf bei. Damit liegen die Ostfriesen knapp 100 Litern vor den Briten, die den Ruf als die Teetrinkernation Europas genießen.

Nahezu unverändert blieb der Anteil an biologisch angebauten Tees mit knapp 6% und 1.166 Tonnen (2014: 1.130 Tonnen). Davon entfielen 55% auf Schwarztee und 45% auf Grüntee.

 

Von traditionell bis trendig – Vielfalt ohne Grenzen

Neben den klassischen Evergreens unter den Tee-Mischungen (Blends), wie „English Breakfast“ oder „Earl Grey“, und dem Topseller schlechthin, der „Echten Ostfriesischen Mischung“, ist die Neugier auf ungewöhnliche Provenienzen wie Thailand, Malaysia oder Korea ebenso gewachsen wie die Experimentierfreudigkeit, Tee immer wieder neu und anders zu genießen. „Tee erhält erfreulicherweise einen neuen Stellenwert“, weiß Jochen Spethmann, Vorsitzender des Deutschen Teeverbandes, zu berichten. „Der Wunsch nach etwas Besonderem hat das Angebot um außergewöhnliche Tee-Kreationen bereichert. Darüber hinaus belebt Tee heute zusätzlich als spannende Zutat Bars und Küchen.“

Tee ist schnell und einfach zuzubereiten, besonders bequem mit dem bekannten Teebeutel, den es inzwischen in vielen weiteren Convenience-Lösungen gibt: Tea Diamonds, Tea Jags, LeafCups, Master Bags oder Tea Pyramids. Ob loser Tee oder Teebeutel - dies ist eine Frage des Geschmacks und der Convenience-Vorlieben. 60% der Verbraucher bevorzugen lose Ware.

 

Wichtige Einkaufsquellen bleiben LEH und Fachgeschäfte

Ob im Einzelhandel, im Teefachgeschäft, in der Gastronomie, oder online – die verschiedenen Konsum- und Einkaufsmöglichkeiten bieten eine perfekte Abdeckung der vielfältigen Wünsche der Verbraucher. Mit einem großen Sortiment ist die favorisierte Einkaufsquelle für Tee unverändert der Lebensmittelhandel mit einem Marktanteil von 52,3% (2014: 50,9%). Die persönliche Beratung, die direkte Möglichkeit, den Tee mit allen Sinnen erleben und sogar verkosten zu können, sind Gründe für die Wahl eines Teefachgeschäfts. Deren Marktanteil bleibt unverändert bei 17,4%. Erfreulich stabil zeigt sich der Absatz von Tee in der Gastronomie mit 4,6% (2014: 4,5%), leicht rückläufig waren dagegen die Vertriebsanteile per Direktversand mit 3,6% (2014: 3,8%). Das Segment „Sonstige Vertriebsformen“, wozu beispielsweise auch türkische Einzelhandelsgeschäfte gehören, lag 2015 bei 18,3% (2014: 17,8%).

 

Deutsche Tee-Spezialitäten in den Tassen der Welt

Deutschland steht für beste Qualität – die hier veredelten Tees genießen weltweit einen exzellenten Ruf. Wegen der Auswahl an besten Tees, einem unvergleichlichen Know-how in der Veredelung und Entwicklung neuer Kreationen werden Tee-Spezialitäten aus Deutschland weltweit geschätzt. Hamburg ist Dreh- und Angelpunkt des Teegeschäfts für Kontinental-Europa. Aus diesem Grunde hat sich nicht nur der Deutsche Teeverband e.V., sondern auch der Dachverband der europäischen Teewirtschaft THIE (Tea & Herbal Infusions Europe) für seinen Sitz in der Hansestadt entschieden.

Von Deutschland in die ganze Welt: Die in Deutschland hergestellten Tee-Kreationen werden in 110 Export-Destinationen weiterverkauft. Dazu gehören sogar klassische Teeanbauländer, wie zum Beispiel China und Japan.

Gut 70% der deutschen Tee-Exporte werden von unseren Nachbarn in der EU konsumiert. In Frankreich stammt zum Beispiel jede vierte getrunkene Tasse Tee aus Deutschland. Dies entspricht einem Anteil von 22,3%. Weitere Abnehmer sind Polen (17,3%) und die Niederlande (12,5%). Außerhalb der EU sind die USA (12,2%) der wichtigste Exportmarkt. Der Absatz nach Russland war aufgrund der Sanktionen gegen die EU rückläufig.

 

Neues Rekordhoch in der Weltproduktion

Noch nie zuvor wurde so viel Tee wie 2015 produziert – 5,2 Mio. Tonnen. Davon wurden allerdings nur 33,8% exportiert. Der Rest wird in den Anbauländern selbst getrunken. Dieser Anteil ist in den letzten zehn Jahren gewachsen. Zum Vergleich: 2005 wurden noch 44,2% der Weltproduktion exportiert. Gleichzeitig bedeutet dies nahezu eine Verdoppelung des Eigenverbrauchs in den Ursprungsländern im selben Zeitraum.

Der größte Schwarztee-Produzent der Welt ist Indien. Das Land ist insbesondere durch die Anbaugebiete Assam und Darjeeling bekannt. Von dem Schwarztee-Angebot im deutschen Markt entfielen allein 26,5% auf indische Tees (11.000 Tonnen). Besonderer Beliebtheit erfreuen sich zunehmend auch Tees aus Afrika (16%), insbesondere aus Kenia, dem weltweit größten Schwarztee-Exporteur. Grüntees auf dem deutschen Markt stammen überwiegend aus China (60,8%), dem mit Abstand größten Tee-Produzenten der Welt.

 

Neuer Zeitgeist stimmt die Tee-Branche optimistisch

Für das laufende Jahr zeigt sich der Deutsche Teeverband optimistisch: „Tee in Deutschland ist derzeit beliebter denn je! Und noch nie war Tee-Genuss so einfach und so abwechslungsreich. Für jede Gelegenheit und für jeden Geschmack gibt es die passende Tee-Kreation, in der geeigneten Angebotsform und das für den Genuss in den eigenen vier Wänden oder außer Haus“, so Jochen Spethmann. „Der neue Zeitgeist und die Lust auf Außergewöhnliches beleben den Teemarkt. Hinzu kommt das weltweite Interesse an in Deutschland veredelten Tees, die für höchste Qualitäten stehen.“


Download des Jahresberichtbands mit ausführlichem Statistikteil


Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

Bei Rückfragen wenden Sie sich an:
TEE  •  Deutscher Teeverband e.V.
Anne Lehmbrock, PR-Referentin
Sonninstraße 28  |  20097 Hamburg
Tel.: +49 40 236016- 34  |  Fax: +49 40 236016-10
E-Mail: presse@teeverband.de
Web: www.teeverband.de

Deutscher Teeverband feiert 100jähriges Jubiläum
Internationales Symposium zu Tee in Hamburg
.... mehr