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Gichtkranke können Tee unbesorgt genießen:
Vorurteil widerlegt

Hamburg, Januar 2004

Viele Gichtkranke verzichten tapfer auf ihre geliebte Tasse Tee. Der Grund: Lange Zeit wurde behauptet, die im Tee enthaltenen Substanzen Koffein und Theophyllin würden den Harnsäurespiegel erhöhen und damit das Krankheitsbild verschlechtern. Doch hier kann Entwarnung gegeben werden: Die Inhaltsstoffe von Tee haben keinen Einfluss auf den Harnsäurestoffwechsel von Gichtkranken.

Gicht entsteht durch einen Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut. Dabei bildet der Körper entweder mehr Harnsäure oder er scheidet weniger aus. Diese erhöhte Harnsäurekonzentration bezeichnet man im Fachjargon als Hyperurikämie. Ab einer bestimmten Konzentration bilden sich wasserunlösliche Harnsäurekristalle, die sich in den verschiedenen Organen ablagern und später den akuten Gichtanfall auslösen können.

Harnsäure entsteht im menschlichen Körper durch den Abbau von Purinen und purinartigen Verbindungen. Purine sind lebenswichtige Bausteine des menschlichen, tierischen und pflanzlichen Organismus. Beim Abbau der meisten Purine entsteht im menschlichen Körper Harnsäure als Endprodukt. Diese kann - in normaler Konzentration - problemlos ausgeschieden werden. Bei gestörtem Stoffwechsel häuft sich diese jedoch an und kann so Gicht verursachen.

Da Koffein und Theophyllin im Tee auch purinartige Verbindungen sind, wird Patienten mit Hyperurikämie und Gicht häufig empfohlen, den Teekonsum einzuschränken oder gänzlich auf Tee zu verzichten. Dafür gibt es aber keinen Grund, denn Koffein und Theophyllin werden nicht zu Harnsäure abgebaut. Grund hierfür ist, dass die Substanzen und ihre Abbauprodukte wasserlöslich sind. Sie werden daher problemlos ausgeschieden und nicht zu Harnsäure abgebaut. Gichtkranke müssen also nicht befürchten, durch Tee ihren Harnsäurespiegel anzuheben. Sie können das anregende Getränk auch weiterhin ohne schlechtes Gewissen genießen.

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